Was ist Linedance

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Wie der Name schon sagt, wird der Line Dance in Linie neben- und hintereinander getanzt. Es sind festgelegte, sich wiederholende Figuren, die synchron von der Gruppe vorgeführt werden – also ähnlich einem Formationstanz. Niemand muss Angst haben, seinem Partner auf die Füße zu treten. Jeder tanzt sozusagen „solo“, aber halt gleichzeitig und synchron mit Anderen. Line Dance ist somit weder mit dem klassischen Ballroom Dance noch mit anderen Country- und Western-Paartanz-Formen zu vergleichen. Es gibt Tänze, die nur aus wenigen Figuren bestehen, andere wiederholen sich erst nach 128 oder mehr Taktschlägen. Dabei setzen sich die Tänze aus einfachen Grundfiguren zusammen (grapevine, shuffle, rock steps etc.), die je nach Choreographie variieren und abwechslungsreich aneinandergefügt werden. Wirklich grundlegend neue Muster entwickeln sich nur selten.

Er kann zu allen möglichen Rhythmen, die man auch aus der Tanzschule kennt, getanzt werden. Im Line Dance unterscheidet man die Kategorie „Rise And Fall“ (entspricht etwa dem Walzer), „Lilt“ (Polka, Swing), „Smooth“ (Foxtrott), „Latin“ (Cha Cha, Rumba) und seit neuestem „Funky“ (Hip Hop, Pop etc). Den unterschiedlichen Rhythmen wird neben der eigentlichen Schrittführung besonders auch durch typisches Styling in Körperhaltung und Ausführung der Schritte Rechnung getragen.

Die-Motions-im-Line-Dance-HP

 

Motions = Körperhaltung

 

Rise and Fall:
Slow Waltz – Der Körper hebt und senkt sich rhythmisch und/oder schwingt weit hin und her. Beim Heben stehen die
Füße beieinander. Der erste Schritt fällt auf einen „Down Beat“.
Im Ergebnis soll ein weiche, rundes, harmonisches Heben und Senken des ganzen Körpers gezeigt werden.

Cuban:
Cha Cha Cha, Rumba, Mambo
Der Tanz hebt und senkt den Körper nicht, sondern zeigt eine waagerechte Hüftbewegung. Häufig bewegen sich Oberkörper und Hüfte in entgegengesetzte Richtungen. Wenn Akzente gesetzt werden, dann häufig auf den
Takten 1 oder 5. Syncopations (‚&‘) erfolgen oft im ‚Up Beat‘ zwischen den Measures (4 & 5 oder 8 & 1).
Im Ergebnis soll der, für viele lateinamerikanische Tänze typische „Hüftschwung“ und das gegenläufige Schwingen
von Hüft- und Schultergürtel sichtbar werden.

Smooth:
Westcoast Swing, Nightclub Twostep, Texas Twostep
Der Körper bleibt weitgehend auf einer Höhe. Bewegungen zwischen zwei Taktschlägen (‚&‘) sind die Ausnahme. Der Oberkörper wird weitgehend ruhig gehalten. Betonungen geschehen oft durch Pausen auf dem 4. von 4 Taktschlägen. Der erste Schritt fällt in der Regel auf einen ‚Down Beat‘.
Im Ergebnis soll der ganze Körper kontinuierlich auf gleicher Höhe gehalten werden, wie „auf Rollen“ bewegen.

Lilt:
Eastcoast Swing, Polka, Samba
Der Körper wird zwischen den Down Beats gehoben und mit dem Taktschlag gesenkt. Der Style folgt weitgehend dem Muster ’step & step‘. Häufig wird der jeweils 8. Taktschlag besonders betont. Der erste Schritt fällt in der Regel auf einen ‚Down Beat‘.
Im Ergebnis soll ein übermütig hüpfendes Auf- und Abfedern des ganzen Körpers deutlich werden.

BPM =
Beats pro Minute – Musikgeschwindigkeit

Polka – 114 – 130 BPM
Cha Cha – 100 – 116 BPM
Waltz (Walzer) – 84 – 100 BPM
Two Step – 182 – 198 BPM
East Coast Swing – 142 – 158 BPM
West Coast Swing – 112 – 128 BPM

Hier geht es zur Schrittbeschreibung

 

Der Line Dance ist mittlerweile nicht nur ein Freizeitvergnügen für Jedermann, sondern auch ein Turniertanzsport für engagierte Tänzer. Er ist für jedes Alter geeignet und unterscheidet sich im wesentlichen von anderen Tanzarten durch eben den Verzicht auf den Partner, ohne wirklich allein zu sein.

Die Auswanderer aus der ganzen Welt, die ihr Glück in der neuen Welt suchten, brachten ihre Musik und auch ihre eigenen Tänze mit. Die vielfältigen Elemente setzten neue Akzente und es entwickelte sich allmählich eine eigenständige Tanzform. Eine der Ursprungsformen des Country Dances sind die ländlichen Tänze der damaligen Siedler. Aufgrund der vielfältigen Schrittfolgen, Bewegungen und Aufstellungen kann man sagen, das der Line Dance zusammenfassend Elemente aus fast allen europäischen Tänzen aufweist.

Von Clubtänzen der Iren, Schotten, von Menuett über Polka, Langsamer Walzer, Cha Cha usw. und vielen anderen Tanzformen wurden diese in der neuen Welt gepflegt und immer mehr eigenständig ausgearbeitet. Auch der Contre Dance der Franzosen, bei dem sich zwei Linien gegenüberstehen, trug sicherlich zur Gesamtgestaltung des heutigen Line Dance bei. Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre ging man in der Ära des Rock`n Roll`s verstärkt dazu über, in Reihen zu tanzen. Gegen Ende der 70er Jahre wurde der Line Dance zur sportlichen Tanzform weiterentwickelt.

1978 wurde dieser Tanzstil durch „Saturday Night Fever“ zu einer Sensation.
1980 wurde durch John Travolta und den Film „Urban Cowboy“ ein immer größerer Kreis von Tänzern auf „Line Dance“ aufmerksam und 1995 gelang dieser Tanzform der weltweite Durchbruch mit dem Hit „Achy Breaky Heart“ von Billy Ray Cyrus.

Heute wird die traditionelle Country Music bei den Line Dancern immer mehr durch
Country Rock und New Country ersetzt. Mitunter wird sogar zu Musik getanzt, die gar keine Berührungspunkte mit Country hat.

tnzerin

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